WAS IST MEHTER

Mehter ist das Wahrzeichen von Liebe, Freundschaft, Einigkeit und Heldentum. Es ist die Aufgabe eines jeden Türken, Mehter mit allen seinen spezifischen Eigenschaften zu schützen und den kommenden Generationen zu übermitteln.

Der Begriff Mehter hat unterschiedliche Bedeutungen: Musikant, ausreden, von einem Vorhaben abbringen, Gesandtschaft/Botschaft. Das Wort Mehter kommt aus dem Persischen Wort „MICHTER“ und entspricht dem osmanischen Wort: „ERHABEN, GROß“. Dieses Wort wird in unserer Sprache in Form von arabischer Aussprache als „MEHTER“ verwendet.

 

DIE BEDEUTUNG VON MEHTER

Über den Stellenwert von Mehter bei den osmanischen Königen gibt es eine Überlieferung von Evliya Çelebi. Es ist aus der Zeit vom Sultan dem IV. Murat´s. Es geht um den Rang von Mehter- Einheiten und der des Architekten. Der König muss entscheiden, wer den höheren Rang von ihnen hat. Um diesen Streit zu beenden, kommen der Einheitsführer von Mehter und der Führer der Architekten vor dem König. Der Architekt fängt an:

“Mein verehrter König! Wir sind von dem Stamm von edler Herkunft, wir sind Verfechter der Neubauten, von Schlössern, die wir für unseren König bauen, von Moscheen und von Brücken. Wir dienen auch dem osmanischen Heer, daher kommen wir selbstverständlich vor den Mehters... Außerdem sind Mehters aus der Gesellschaft der Deccal´s (nach religiösen Büchern, die Art von Menschen, die im jüngsten Tag erscheinen, von sehr schlechtem Charakter), ohne jegliche Begabungen. Sie können sich nur verkleiden und mit Schellen und Trommeln spielen.“

Daraufhin sagt der Führer des Mehters:

“Mein verehrter König! Wo immer Sie auch hingehen mögen, bei all´ ihrem hohen Präsenz, für ihre Stärke und Macht, für ihre Entschlossenheit und Härte, für ihren Ruhm gegenüber Freund und Feind müssen Sie mit unseren Trommeln und mit unserer Musik begleitet werden. In den Feldzügen versuchen wir die überlebenden Soldaten im Schach zu halten, den Feinden geben wir die Angst mit unserer Trommel. Wenn unser König traurig ist, bringen wir ihn in Stimmung, mit zwölf verschiedenen Melodien, mit 24 Nuancen, mit 48 Kompositionen erfreuen wir unseren König. Nach altem Brauch sagt man: Sang und Klang geben dem Herzen von Adam Behaglichkeit... Und wir sind diejenigen, die der Seele Nahrung geben. Wir können diese Menschen nicht über uns gestellt sehen... Wann immer die Gläubigen des Propheten angesammelt sind, müssen  auch wir dort erscheinen...” 

Daraufhin hat der Sultan der IV. Murat die Mehters in der Ranghöhe über den Architekten gestellt...

 

MEHTER BEI DER EROBERUNG VON ISTANBUL 

Fatih Sultan Mehmet soll an einem Morgen der Eroberung im Morgengrauen seine Kanonengeschütze aufgesucht haben. Während die Kanonen abfeuerten, in dem Durcheinander der ununterbrochenen Pfeile, die den Bogen verließen, hatten die Soldaten alle zusammen den Namen Allah´s gerufen. Man stelle sich eine Mehter- Einheit von hunderten von Menschen vor. Die Militärmusikkapelle war im Feldzug bei den Soldaten. Als Fatih Sultan Mehmet vor den Festungsmauern von Istanbul erschien, spielte eine Militärmusikkapelle  von 300 Mann, mit 100 Blasinstrumenten (genannt: Zurna), 70 Trommeln, die ständig schlugen. Alle Herzen schlugen mit derselben Begeisterung. Eine zweite Mehter Gruppe war auf der anderen Seite der Bucht von Haliç aufgestellt.  Der Angriff wurde von eben diesen Musikanten angeheizt. Ihre Musik war beängstigend, wie Donnerschläge schlugen sie alle zusammen auf die Trommeln, bei denen selbst die Geräusche der Kanonen nicht mehr zu hören waren. Als sie die Stadt erobert hatten, war Fatih Sultan Mehmet inmitten seiner Soldaten auf seinem Pferd zu sehen und seine Augen waren auf die gestürzten Festungsmauern der Stadt gerichtet. Soldatentruppen aneinander gereiht, die Janitscharien und dahinter die Mehter - Einheiten, die mit ihren Trommeln eine neue Zeit verkündeten. Dieser glücklicher Tag, was Jahrhunderte zuvor vorausgesagt war, wurde zu einem unsagbaren Festtag. 

Die Türken riefen nach allen ihren Siegen das Gebet in der Moschee aus und hörten Mehtermusik.

 

WELCHE AUSWIRKUNGEN HAT MEHTER IN EUROPA GEHABT? 

Ab dem 18. Jahrhundert wurden unter dem Einfluss von Mehter auch in anderen Ländern mehr oder minder ähnliche Armeeorchesters gebildet. Erst bei den Österreichern, dann bei den Preußen, Russen und bei den Franzosen. Das Institution Mehter diente der Entstehung von unterschiedlichsten Kapellen. Musiker wie Mozart und Hayden sind von Mehtermusik inspiriert worden und haben weltberühmte Lieder komponiert. Von dem österreichischen Komponisten Mozart wurden die Ausrufe der türkischen Soldaten Allah, Allah, Allah als Notenwiederholungun genial zusammengefügt. Mozart hat eines seiner Lieder sogar beim Namen genannt: “Türkenmarsch” heißt es. Auch der deutsche Komponist Bethoven hat den letzten Akt seiner berühmten 9. Sinfonie mit dem Kös von Mehter und der Trommel von Mehter abgeschlossen. Der deutsche Komponist Wagner soll einer Mehtereinheit beigewohnt und so in Stimmung gekommen sein, dass er gesagt haben soll: “Das nenne ich Musik!”

 

DIE GESCHICHTE VON MEHTER 

Mehter ist die erste und die älteste Militärmusikkapelle der Welt. Seinen Namen bekam diese Militärmusikkapelle aus der Zeit der Hunen aus dem Wort „TUĞ”, ein von Schlagzeugen und Blasinstrumenten bestehendes Orchester, das nach Fatih Sultan Mehmet für die Armeemusikschule in Mehter umbenannt wurde. Seit der Zeit der Hunen dient diese Armeemusik dazu, - was im Übrigen als ein unverziehtbarer Bestandteil der türkischen Kriegsführungstechnik galt – durch diese vom weiten hörbare, immer näher rückenden fremden Klängen, die einem Donner ähneln, den Feind zu demoralisieren, ihn  zum Rückzug zu zwingen und ihn zur Kapitulation zu bewegen, um den Krieg bald möglichst beenden zu können, somit die Menschenverluste geringer halten zu können.  

Die ersten Hinweise über diese älteste Militärmusikkapelle der Welt,  kommen in den Inschriften von Orkun vor. In diesen Inschriften wird darauf hingewiesen, dass mit dieser Militärmusikkapelle, bestehend aus “Kübürge” und “Tuğ” in der im 11. Jahrhundert verfassten Divan-ı Lügat-ı Türk für Könige Musik vorgetragen wurde. In jener Zeit wurde sowohl bei Kriegen, als auch bei anderen bestimmten Festtagen mit Küvrük (Grosse Bodentrommel, genannt auch Kesselpauke), mit Tomruk (Trommel), und mit Schelle und nay-i Türki (eine Art Blasinstrument), musiziert. Außerdem war „TUĞ“ das Symbol der Macht bei den Türken. (TUĞ ist ein länglicher Stab, auf dessen oberen Spitzen eine Fahne und zu beiden Seiten aus Pferdehaaren Fransen angehängt sind). Tuğ wurde bei den Seltschuken “Tabılhane” oder „Nevbet” genannt und seit den Hunen wird diese Militärmusikkapelle mit zwei Blasinstrumenten und vier Schlagzeugen mit insgesamt sechs Musikinstrumenten vorgeführt. Später in der islamischen Zeit bekamen die Instrumente andere Namen, wie zum Beispiel “zurna” (türkische Oboe), “boru” (nefir oder şahnay), çevgan, zil, davul und kös, was früher yurağ, boygur, çöken, çanğ, tümrük und küvrük hießen. Die Militärmusikkapelle marschierte bei Kriegen vor den Soldaten mit den genannten Instrumenten, oder wurde eingesetzt bei verschiedenen staatlichen Zeremonien, sowie Sportveranstaltungen. Die Musik wurde entsprechend dem Zweck komponiert.

Das Osmanische Reich übernahm diese Armeemusik von den seltschukischen Türken, die in Anatolien herrschten. Osman Gazi, der erste Osmanische König, hatte mit seiner Armee gegenüber dem byzantinischen Reich viele Kriege gewonnen und das Reich erweitert. Der Seltschukische König Alaaddin Keykubat hatte im Anschluss an diese Kriege dem Osmanischen König Osman Gazi seine Dankbarkeit ausdrücken wollen und dieser hatte mit ihm die Kriegsbeute geteilt. Das Osmanische Reich wurde dann mit der Eroberung der Inegöl Festung noch größer. Der anatolische Seltschukische König war auf die Siege von Osman Gazi sehr erfreut und schickte durch seinen Boten, Namens KARA BALABAN ÇAVUŞ  im Jahre 1284 eine Verfügung (ferman) und gratulierte ihn für die gewonnen Kriege. Neben dem Fürstenanteil an der Kriegsbeute versendete er als Zeichen der Herrschaft eine Tuğ, (Stab mit Fahne), Alem Tabıl (Boden Trommel, Kesselpauke), Nakkare/Çiftenara  (kleiner doppel Trommel) und eine weiße Fahne zur Herrschaftsausübung. 

Das erste Konzert wurde zu Ehren des Osmanischen Königs und seiner Soldaten im Jahre 1289 in der heutigen Provinz Bilecik, im Vorort Söğüt auf dem Moscheeplatz an einem Nachmittag unter dem Regie von TABLI  ALİ’İ  OSMAN vorgeführt. Das Konzert fand im Stehen statt. Mit diesem Konzert wurde das erste Mehter des Osmanischen Reiches gegründet, die später bei verschiedenen Kriegen große Dienste geleistet hat.

Osman Gazi und seine Soldaten hatten das Konzert aus Gründen der Achtung des Seltschukischen Königs am Stehen verfolgt. Diese Tradition wurde auch nach Osman Gazi von anderen osmanischen Königen beibehalten. 

Die unterschiedlichen Stücke im selben Rytmus hintereinander zu spielen und zu singen wurde “Nevbet vurma” genannt. In der ersten Zeit wurden Mehterkonzerte fünf mal am Tag, vor der Andacht vorgeführt, dies änderte sich zu der Zeit des Königs der II. Mehmet. Es wurde auf eine Vorführung am Nachmittagsandacht reduziert. Mehter wurde außerdem bei Schwertübungen, bei Siegesbotschaften, bei Advents-Divanen, bei Geburstagen und Beschneidungszeremonien von Königen, vorgespielt. In Zeiten des Friedens spielte das Mehter in den Räumlichkeiten des Palastes, was “Mehterhane-i Hakanı” genannt wurde. Bei den Feldzügen spielte die Militärmusikkapelle vor dem Zelt des Königs, wenn er nicht dabei war, vor dem Zelt des Oberbefehlshabers der Armee. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts, sowie im 18. Jahrhundert spielte Mehter vor dem Topkapı Sarayı, auf dem Platz Demirkapı, und auch im Eyup Sultan, in Kasımpaşa, Galata, Tophane, Beşiktaş, Rumelihisarı, Yeniköy, Kavak, Beykoz, Anadoluhisarı und Üsküdar. Mit Mehter wurde die Bevölkerung nach dem Nachtsandacht, vor dem Morgenandacht, vor dem Sonnenaufgang erweckt. (Diese Tradition gibt es immer noch in östlichen Gebieten der Türkei, allerdings nur bei Fastentagen). 

Dieses Ereignis wird von einer Hadidi wie folgt überliefert.  

„NOCH  IMMER IST ES TRADITION BEI DEN KÖNIGEN, 

WENN NEVBET SCHLÄGT, HÖREN SIE ES AM STEHEN“ 

Die Militärmusikkapelle Mehter hat Jahrhunderte lang auf 3 Kontinenten der Welt, in Asien, in Afrika und Europa auf allen Feldzügen große Dienste geleistet. Vor allem bei den Kriegen gab diese Art Mehtermarschmusik den türkischen Soldaten das Gefühl des Heldentums. Die feindlichen Heeren, die gegen dem türkischen Heer gegenüber standen, stürmten vorerst die Flagge der Mehtereinheit, um die Marschmusik zum Schweigen zu bringen.

In den darauf folgenden drei Jahrhunderten, wurden immer mehr Mehter Komponisten ausgebildet, die Musik gelang durch diese Künstler zu seinem Höhepunkt. Es wurde eingesetzt bei Feldzügen, als Begleitung für osmanische Botschafter und Delegationen in andere Länder. Vor allem der glanzvolle Auftritt der Mehtereinheiten hat in Europa erst die Heeren, später die Komponisten beeinflusst. Im Jahre 1683, als die Türken nach Wien kamen, wurde das Heer, im Feldzug gegenüber Jan Sobeski mit vermehrtem Einsatz der Schlagzeuge durch eine große Mehtereinheit begleitet. Die Europäer haben diese Musik Yanitscharimusik genannt. Der erste der Mehter so genannt hat, war ein gewisser Lehler. (1741). Später folgten ihm die Österreicher, die Russen, die Preußen und die Engländer.

Mehter wurde mit der Zeit mit verschiedenen Instrumenten weiterentwickelt bis zu dem Tag der Schließung im Jahre 1826. 

Mehterhane (Die Mehterschule) wurde von dem osmanischen König Mahmut dem II. geschlossen. An die Stelle von Mehter trat dann unter Führung eines pensionierten Ofizziers von Napolion, Namens Giuseppe Donizetti, ein anderes Orchester mit dem Namen Mızıka-i Hümayun, ein. Eine westliche Kopie von Militärkapelle.

Mehter wurde 1914 um die Janitscharikapelle und – Truppe symbolisch zu vertreten, erneut durch das Militärmuseum gegründet. In der Zeit wurde den Künstlern, die die Mehtermusik ausübten, mit der Tuğ-Gruppe zusammen auch eine historische Einheit als Symbol für die Janitscharitruppe hinzugefügt. Somit bekam Mehter im Militärmuseum eine erstmals historische Identität. Während des 1. Weltkrieges, dem Befreiungskrieg und den ersten Jahren der Republik Türkei hatte Mehter im Militärmuseum noch bestanden. Im Jahre 1935 wurde sie jedoch erneut abgeschafft. 1952 wurde Mehter innerhalb des Militärmuseums erneut gegründet. In den darauf folgenden Jahren wurde das Tor für neue Mehtermarschmusiker eröffnet. Ab diesem Datum wurde Mehter in der Türkischen Republik bis heute wieder belebt.

 

MEHTER IM HEUTIGEN EUROPA 

Mechter – Einheit, “Mehteran Takımı” wurde im Jahre 1998 in der Stadt Bielefeld, in der Bundesrepublik Deutschland gegründet. Der Vorsitzende des Türkischen Kultur und Soziale Dienste Vereines (Mevlana Camii – Ülkü Ocağı), ERDOĞAN AKTAŞ ist der Gründer der Militärmusikkapelle.

Fatih Mehter Takımı ist die erste Mehter - Einheit, die in Europa gegründet und geführt wird. Seit dem Tag der Gründung leistet „Fatih Mehteran Takımı“ professionelle Arbeit und ist in ganz Europa eine gefragte Mehter Einheit. 

Seit 1998 hat die Fatih Mehter Takımı mehrere Konzerte gegeben. Die Mehter Einheit hat sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland Konzertangebote bekommen und ist in allen Europäischen Ländern aktiv. Bei nationalen Feiertagen, Abendvorstellungen, so wie bei internationalen Organisationen von Festlichkeiten vertritt der Verein das historische MEHTER.

Bis heute hat Fatih Mehter Takımı sowohl in nationalen, als auch in internationalen Fernsehsendungen von sich Reden gemacht und wird weiterhin Anlass zur Berichterstattung in den Medien. 

Das dreifache Mehter von Bielefeld ist in mehreren deutschen Städten, in Dänemark, Niederlande, Belgien, Frankreich, Schweiz und Österreich aufgetreten. Bei diesen Konzerten hat das Mehter im Bewusstsein der historischen, kulturellen und künstlerischen Verantwortung, sowohl das herkömmliche klassische Repertoire von Mehter, als auch neue Komponenten beinhaltende Konzerte aufgeführt.

Auf dem Gebiet der Integration hat Fatih Mehter Takimi in Europa durch kulturelle Veranstaltungen große Dienste geleistet.   

 

DER GRÜNDUNGSZWECK FÜR MEHTER IN EUROPA 

UNSER ZIEL IST ES IN EUROPA, IN DEM WIR IN FRIEDEN UND FREIHEIT ZUSAMMENLEBEN, UNSERE KULTUR AUFZUBEWAHREN UND DIE TÜRKISCHE ISLAMISCHE KULTURVIELFALT, DIE AUS IHRER GESCHIHTE ENTSTANDEN IST, DEN EUROPÄISCHEN MENSCHEN NAHE ZU BRINGEN. 

Gründer:

Erdoğan Aktaş 

Der Verein:

Bielefeld ve Çevresi Türk Kültür ve Sosyal Hizmetler Cemiyeti - Mevlana Cami-i (Ülkü Ocağı)

 

MEHTER - EINHEIT BESTEHT AUS ZWEI TEILEN 

Der zeremonielle Gang des Mehters sieht folgendermaßen aus:  

Vorne geht der Emir-i Alem (Çorbacı başı), der Kommandant der Einheit. Er trägt eine “üskuf” (eine spezifische Kopfbedeckung), dahinter marschiert auf der linken Seite der Schütze mit seinem Panzerschild. Er hällt die grüne Flagge in der Hand. In der Mitte wird die weiße Fahne als Befreiungssymbol getragen. Und auf der rechten Seite trägt der Schütze mit dem Panzerschild eine rote Fahne. Hinter den Fahnen marschieren die Tuğ Leute in dreier Reihen zu neun Personen. Hinter den Fahnen auf der rechten Seite neben der roten Fahne wird der Angriffstuğ von Yanitscharen getragen. Hinter den Tuğs kommt der Mehterführer. Nach Mehterführer marschiert der zweifache Çevgens (Trommler und Sänger), die Personen die Blasinstrumente (Zurna) spielen, die Trommler (nakkarezenler) die Glöckler, (zilzenler) die Trommler (Davulzenler). Ganz hinten reitet auf dem Pferderücken der Kös (Der Kesselpauker).

Mehter Einheiten bestehen aus unterschiedlich aufgestellten Fächern: 

Es gibt 3 Fache, 5 Fache, 7 Fache, 9 Fache, 11 Fache und 13 Fache Mehter - Einheiten.

Die kleinste ist die 3 Fache und die größte die 13 Fache Mehter. Die Fächer bei Mehter bestehen aus der Anzahl der Instrumente, die gespielt werden. Das bedeutet, bei einem 5 Fachen Mehter, müssen von allen Instrumenten 5 Stück vorhanden sein. (d. h. die zehn Çevgens beinhalten zwei fach mehr Instrumente). Die 13 Fache Mehter ist nur dem König vorbehalten.

 

AUFSTELLUNG UND MARSCH VON MEHTER 

Mehter Einheiten haben eine spezifische Gangart. Der Marsch beginnt stets mit einem Gebet und mit dem rechten Bein zuerst.  

Während des Marsches wird nach jedem dritten Schritt nach rechts und links gedreht. Das bedeutet Begrüßung nach rechts und links mit RAHIMALLAH - KERIMALLAH (Der Allmächtige, vergebende und gebende Gott). Wie manche Kreise behaupten, sind es nicht zwei Schritte vor und ein Schritt zurück.

 

DIE AUFSTELLUNG DES MEHTERS 

Als Mehter gegründet wurde, wurde die Militärmusikkapelle kreisrund aufgestellt, später jedoch in Form des Halbmondes. Mehterans stellen sich in Form von einem Kreis auf, die Nakkare zens (die mit den doppelten Trommeln) setzen sich hin, die anderen bleiben im Stehen und geben der Mannschaft die Form des Halbmondes. 

Die großen Kesselpauken werden in der Mitte des Halbmondes aufgestellt. Der Mittelmann, der Mehterunteroffizer kommt aus dem Kreis des Halbmondes und ruft vor dem Konzert folgendes aus: „Vaktı-i Süruru sefa Mehterbaşı ağa! Hey, Hey!“ Währenddessen wird den Nakkares drei Tempos vorgegeben, um die Aufmerksamkeit auf sich ziehen zu können. 

Die Trommler spielen, so dann kommt der Mehterführer vor dem Mehter und sagt: „Merhaba Ey Mehteran!“ (sei gegrüsst, Mehterans!) dabei legt er seine rechte Hand auf die Brust und grüßt seine Mannschaft. Die Mehterans legen ebenfalls ihre Rechte Hand auf die Brust, beugen sich und sagen alle zusammen im Chor: „Merhaba, Mehterbaşı ağa!“ (Sei gegrüßt, Mehterführer Aga!)  Dann ruft der Mehterführer „Hasduuuuur!“ (Stehen bleiben!) und gibt den Namen des zu spielenden Stückes. Zum Beispiel: „Der fasl-ı Acem aşiran, oder cihad-ı ekber Marsch!). Dann anschliessend „Haydi… Ya Allah!“ Mit diesen Worten fängt das Konzert an. Nach der Vorstellung (Nevbet) wird das Gebet Gülbankı ausgesprochen und die Vorstellung beendet.

  

DAS MEHTER GEBET 

Allah Allah, Celilü´l – Cebbar, Muinü´s – Set tar Haliku´l – Leyli ve´n – Nehar, Layezal, Zülcelal, birdir Allah Anın birliğine, Resul –ü Enbiya Peygamberimiz Cenab-ı Ahmed-i Mahmut – u Muhammed Mustafa (während des Gebetes beugt sich die Einheit, mit den Händen auf dem Brustkorb), Al-i evladı-ı Resulü müçtebi imdadı-ı ruhaniyetine; bir cümle Alem – İ İslam’ın sıhhatü selametine, ordularımızın devamı Muzaferiyetine Aziz devletimizin Beka-ü temadüsüne, üçler, yediler, kırklar, göçenler demine devranına „Hu diyelim Huuu”. 

In diesem Gebet wird Gott, sein Prophet Muhammed, seine Seele, das Wohl der islamischen Welt, die Kontinuität der Siege des türkischen Heeres, das Wohl des Staates im Namen aller, auch derer, die weggezogen sind, geguldigt.    

Nach diesen Worten schlägt die ganze Mehter – Einheit auf die Trommeln und Glocken mit großer Schlagkraft neun Mal hintereinander und ruft das Wort “Hu” aus.

Dann wird drei Mal hintereinander die Kesselpauke geschlagen.           

Das Gebet wird dann mit folgenden Worten fortgesetzt:

“Eli kan, kılıcı kan, sinesi üryan, ciğeri püryan, meydan-ı şahadette Allah yoluna revan, kahrımız, gazabımız düşmana ziyan!.. Adüvden korkmadık, korkmayız hiçbir zaman. Kuranda Zafer vaad ediyor Hazreti Yezdan. Uğrun açık olsun ey Serdar-ı Mücahid, Hüda kılıcını keskin etsin. Ömrünü gün gibi bedid! Fahri alemi hoşnut ettin. Hak, gaza-i ekberini etsin, mübarek ve Sait.“ 

Dann wird aus der Einheit ein ausgewählter Sänger mit einer schönen Tenorstimme vortreten und folgendes Gebet aussprechen und drei Mal Allah ausrufen:

“Nasrünminallahi ve fetün karib. Ve beşşiril müminin“. (Aus dem Koran).       

So dann werden alle Instrumente, die Trommeln und die Kesselpauke leicht geschlagen in Tremolo Takt mit Ausrufen “Allah, Allah”, bis die Stille einkehrt, die Einheit geht dann gesenkten Kopfes auseinander.

 

MEHTERMUSIK       

Die Mehtermusik ist eine einstimmige Musik, die sich an die klassische türkische Musik anlehnt. Es gibt dabei verschiedene Formen: Peşrev, semai, nakış, cengi harbi, murabba, kalenderi. Im Repertoire der Mechterschule gab es auch andere grenzüberschreitende Lieder. Einige Lieder wurden jedoch im Stil von Peşrev nach der Fasılart komponiert.

Bei der Mehtermusik wurden auch Stile ausprobiert, die niergendwo verwendet wurden.  So etwa „ahlatı”, “revani” und “saf” waren Stile, die bei Fasılarten nicht zu fınden waren. 

Diese Lieder haben entsprechend die Namen und die Formen, der jeweiligen Stilrichtung erhalten. 

Die Mehtermusik wurde zum grössten Teil von den Künstlern der Mechterschule komponiert, die in der Mehterhane beschäftigt waren. Die ältesten Melodien, die uns erreichen konnten, stammen von den Künstlern Nefiri Behram, Emir-i Hac, Hasan Can und dem II. Gazi Giray. Diese Lieder wurden im 16. Jahrhundert komponiert. Die übrigen Melodien, deren Noten bis heute erhalten blieben, stammen aus dem 17. Jahrhundert. 

Die berühmtesten Künstler aus dieser Zeit sind: Zurnazen Edirneli Dağı, Ahmet Çelebi, Zurnazenbaşı İbrahim Ağa, Müstakim Ağa, Ham mali und und Şah Murad. Hızır Ağa ist einer der berühmtesten Mehterkomponisten des 18. Jahrhunderts.

Die Mehterlieder, die im Stil von Peşrev geschrieben wurden, aus dem 16. und 17. Jahrhundert, wurden von Ali Ufku Bey in “Mecmua-i Saz ü Söz” und von Kantemiroğlu Edvarı in dem Buch “İlmi’l Musiki ala Vechi’l Hurufat“ veröffentlicht und unsere Zeit erreicht. 

Die Mehtermusiker haben bei ihren Werken darauf geachtet, Lieder zu komponieren, die den Feind beängstigen und die eigenen Soldaten in Begeisterung versetzen. Als die Osmanen bis nach Europa kamen, fanden im 17. Jahrhundert einige Elemente dieser Art von Musik Eingang der europäischen Musikgeschichte.  Die Instrumente, die Kesselpauke, die Doppeltrommel, die Schelle und vieles andere wurden von der Mehter Musik übernommen. Einige westliche Komponisten wurden in ihren Werken von Mehter Musik inspiriert. 

Mehter Musik ist nicht nur Marschmusik. Mehter beinhaltet in seiner Eigenschaft verchiedene Musikstile, die auch der Unterhaltung dienen. So etwa Stile wie: Kar, karçe, beste, semai, fasıl Lieder, serhat und Rumeli Lieder. Der Stil Peşrev und Saz Semavileri  (Saz Meditationen) zählen auch zu dem Repertoire von Mehter Musik. 

 

DIE BEKLEIDUNG 

Die Mehter Einheit trägt eine rote Bekleidung: rote Kopfbedeckung (Cübbe), rot wattiertes Kopfbedeckung (kavuk), sehr weit gearbeitete rote Hose, (Şalvar), gelber Dreierrock und gelbe leichte Halbschuhe ohne Absätze.